Sonntagsshopping in Nordrhein-Westfalen – unabhängiger Ratgeber

Recht & Regeln · Tourismus

Sonderfall Winterberg: Warum Kurorte in NRW bis zu 40 Sonntage öffnen dürfen

Von Mohammad · Zuletzt aktualisiert: Juni 2026

Während die meisten NRW-Städte mit acht verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr auskommen müssen, haben die Geschäfte in Winterberg gefühlt ständig sonntags geöffnet. Das ist kein Zufall und kein Regelverstoß – sondern eine bewusste Ausnahme im Ladenöffnungsgesetz für touristisch geprägte Orte.

Die Kurort-Ausnahme im Überblick

Das Ladenöffnungsgesetz NRW erlaubt Kur-, Ausflugs-, Erholungs- und Wallfahrtsorten mit starkem Tourismus deutlich mehr Sonntagsöffnungen als gewöhnlichen Gemeinden: bis zu 40 Sonntage pro Jahr statt der üblichen acht. Der Gedanke dahinter: In Orten, die vom Wochenend- und Ferientourismus leben, gehört der Einkauf am Sonntag zum touristischen Angebot.

Winterberg als Paradebeispiel: Der Wintersportort im Hochsauerland nutzt die Ausnahme intensiv – gerade in der Skisaison, wenn an Wochenenden tausende Tagesgäste und Urlauber in die Stadt kommen, bieten zahlreiche Shoppingsonntage Gelegenheit zum Bummel nach der Piste.

Welche Orte profitieren?

Die Ausnahme gilt nicht pauschal für jede Stadt mit Sehenswürdigkeiten, sondern für anerkannt touristisch geprägte Orte. Typische Beispiele in NRW sind Wintersport- und Erholungsorte im Sauerland, Kurorte in der Eifel und im Teutoburger Wald sowie Wallfahrtsorte. Ob und in welchem Umfang ein Ort die Regelung nutzt, entscheidet auch hier die Kommune per Rechtsverordnung.

Was bedeutet das für Besucher?

  • Höhere Wahrscheinlichkeit: In Tourismusorten wie Winterberg stehen die Chancen auf einen geöffneten Sonntag deutlich besser als in gewöhnlichen Städten.
  • Saisonale Schwerpunkte: Die Öffnungen konzentrieren sich oft auf die Hauptsaison – in Winterberg etwa auf die Wintermonate und Ferienzeiten.
  • Trotzdem prüfen: Auch hier sind die konkreten Termine kommunal festgelegt. Vor der Anreise lohnt der Blick auf die offiziellen Angaben des Ortes.

Abgrenzung zur normalen Acht-Sonntage-Regel

Für alle anderen Gemeinden bleibt es bei maximal acht nicht aufeinanderfolgenden Sonntagsöffnungen pro Jahr mit Anlassbezug. Die Details dieser Grundregel erklärt der Beitrag Ladenöffnungsgesetz NRW einfach erklärt.

Einen Gesamtüberblick über das Sonntagsshopping im Land finden Sie im Hauptartikel Verkaufsoffener Sonntag NRW – Termine, Regeln und Städte.